Ansichtskarten der Woche (16)

Der Wolfsgrubnersee, mehr als nur ein Badesee

Abb. 1: „Lago di Costalovara m. 1186 sul Renon verso le Dolomiti „. Kolorierte Ansichtskarte, Anfang 20. Jh.

In der Auflistung der Seen auf der Webseite der Südtiroler Landesverwaltung wird das Gewässer folgendermaßen beschrieben: „Der Wolfsgrubener See befindet sich auf einer Meereshöhe von 1176 m und erstreckt sich über eine Fläche von 3,3 ha, seine maximale Tiefe beträgt 4 m. Der Badesee liegt am südöstlichen Rand der Rittner Hochfläche, die hier steil gegen den Bozner Talkessel abbricht. Der See ist natürlichen Ursprungs, er wurde durch Moränenschutt aufgestaut und mit einem künstlichen Damm ergänzt. Der Felsuntergrund besteht ausschließlich aus Quarzporphyr, der von Moränenschutt überlagert ist. Der See weist nur eine geringe Tiefe auf – die tiefste Stelle des Sees befindet sich im Osten – und neigt zur Massenentwicklung von Unterwasserpflanzen. Von den drei Zuflüssen bringt nur der im Norden eine nennenswerte Wassermenge. Zusätzlich wurde ein künstlicher Zufluss angelegt.“

Tatsächlich wird der Wolfsgrubnersee vielfältig genutzt. Durch die Errichtung eines kleinen Dammes an der Ostseite schon vor langer Zeit wurde die Erhöhung des Wasserspiegels ermöglicht, wodurch der Betrieb von wassergetriebenen Mühlen, Sägewerken und Schmieden am Eschenbach (Abb. 2) sicherer gestaltet wurde. Entlang dieses Gewässers gab es 25 solcher Betriebe, von Wolfsgruben über Unterinn bis Blumau, wo der Eschenbach nach ungefähr 900 Höhenmetern in den Eisack mündet.

Abb. 2: Der Wofsgrubner See in einer Katasterkarte von 1858.

Doch auch touristisch – wenn man den Begriff weiter fasst – weckte der idyllische See (Abb.1) schon früh Interesse. Die Oberbozner Sommerfrischler wählten ihn nachgewiesenermaßen häufig als Ausflugsziel. Für die Mitglieder der Schützengesellschaft am Ritten war das Schießen auf Scheiben, die auf Booten in der Mitte des Sees aufgestellt waren, ein seltener Höhepunkt des Aufenthalts.

Abb. 3: Das alte, heruntergekommene Gebäude des Unterweihrerhofes in einem Foto von Robert oder Lori Kinsele, um 1910. Links kann man im Hintergrund den See mit einem sehr niederen Wasserstand erkennen.
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