
Am 28. August 1726 verkaufen der „ehrsame“ Mathias Prackwieser, „Oberhofer zu Oberpozen“ und seine „tugendhafte Ehewirtin“ Ursula Lintner dem „edlen Herrn“ Andre Lanner, „Bürger und Kaufherr zu Bozen“, ein neues, an das Oberhofer-Wohnhaus grenzende Gebäude zum Zwecke der Sommerfrische. Aus den „erpauten zwo Camern sambt all den ybrigen Umb- unnd Ingepeyen, Item Kheller, Kichele, Dillen und Stallele“ wird im Laufe der folgende Jahrzehnte durch die Familien Lanner zuerst und Kinsele danach – auch erfolgreiche Bozner Kaufherren – , ein für Oberbozen typisches Sommerrefugium, welches die Mode der Zeit aber auch das Selbstverständnis des durch Handel zu Reichtum gelangten Bozner Bürgertums widerspiegelt.
Anlässlich des Abschlusses umfangreicher Renovierungsarbeiten und der 300sten Wiederkehr des obgenannten Besitzwechsels finden im Sommer 2026 vor dem historischen Sommerfrischhaus in Maria Schnee/Oberbozen drei kulturelle Veranstaltungen statt – eine für jedes Jahrhundert.
15. Juli, 20:00 Uhr
Daniela Salvucci: La Famiglia Malinowski a Bolzano e Soprabolzano negli anni ’20 e ’30: un’escursione tra antropologia, archivi e territorio.
È l’autunno del 1922 e a Villa Kinsele, Oberbozen/Soprabolzano, arriva in vacanza una giovane coppia di sposi con due figlie piccole. Lei è Elsie R. Masson, scrittrice e giornalista australiana di origine scozzese. Lui è Bronislaw Malinowski, antropologo polacco del mondo accademico britannico, teorico del metodo etnografico e figura chiave dell’antro-pologia socioculturale. Attraverso documenti d’archivio e materiale biografico, seguiremo le tracce della presenza della famiglia Malinowski a Soprabolzano e Bolzano negli anni ‘20 e ‘30, mettendo in luce la loro rete di relazioni sul territorio e il loro punto di vista sui drammatici eventi storici di quel periodo. La ricerca presentata è svolta in collaborazione con il MFEA-Malinowski Forum for Ethnography and Anthropology della Libera Università di Bolzano (https://mfea.projects.unibz.it/).


Daniela Salvucci è antropologa socioculturale della Libera Università di Bolzano. Attualmente lavora sulle culture delle zone di montagna, soprattutto in area alpina e andina. I suoi campi tematici sono gli studi di genere, famiglia, parentela e migrazioni, i rituali e la relazionalità ambientale, la storia dell’antropologia.
31. Juli, 20:00 Uhr
Ensemble Philomusia: “… auf die Harmonie gesetzt“
Werke von Mozart, Offenbach, Bizet und Gulda.
Das Bläserensemble Philomousia wurde im Jahr 2005 gegründet und weist seither in variabler Besetzung, vom Trio bis hin zum erweiterten Bläserensemble, eine regelmäßige Konzerttätigkeit auf. Den (im wörtlichen Sinne) Dilettanten ist insbesondere die Pflege und Verbreitung von klassischer Harmoniemusik ein großes Anliegen. Das Repertoire reicht von Originalwerken der Vorklassik bis hin zu typischen Bearbeitungen bedeutender Opern und Sinfonien vom ausgehenden 18. bis ins beginnende 20. Jahrhundert für diese Besetzung. Zehn Jahre lang stand Othmar Trenner dem Ensemble als musikalischer Leiter vor, seit 2023 liegt die Leitung in den Händen von Manfred Egger.

Mitwirkende
Flöte: Renate Alber
Oboe: Markus Ladurner, Michael Vieider
Klarinette: Simon Rauch, Christine Greif
Horn: Hubert Ebner, Heinrich Mayr
Fagott: Ursula Stampfer, Judith Kofler
Kontrafagott: Manfred Mitterer
Leitung: Manfred Egger
19. August, 20:00 Uhr
Cordes y Buttons und Armin Kobler: Musik trifft Geschichte
Eine musikalische Zeitreise durch Oberbozen mit der Gruppe Cordes y Buttons und den historischen Ansichtskarten der Sammlung Kobler.
Der Name der Formation ist ladinisch und bedeutet Saiten und Knöpfe – die zwei wichtigsten Merkmale der Bandinstrumente. Mit ihren Stimmen und alpenländischen Instrumenten entführen uns die drei in einen großen experimentellen Klangraum für ein breitgefächertes Programm, schaffen sich ihren musikalischen Klangraum und beschreiten Alpenraum, Irland, Russland, Polen, Nordische Länder und eigene Wege. Fein, authentisch, mit Gefühl. Die drei wissen aus ihren langjährigen Erfahrungswegen als Musikerinnen und Musikern, was sie ihren Instrumenten entlocken können und setzen ihre Ideen in filigranen Kompositionen und Interpretationen um.


Armin Kobler thematisiert bildhaft die tiefgreifenden Landschafts- und Kulturveränderungen durch Tourismus, Erschließung und Bauwesen, die aus dem Weiler Maria Schnee mit drei Höfen, zwei Sommerfrischhäusern und einer Kirche das Zentrum von Oberbozen entstehen ließen.

Im Anschluss zu den Veranstaltungen sind alle zu einem Umtrunk auf dem Platzl der Villa Kinsele eingeladen.
Alle Veranstaltungen sind frei zugänglich, bei Gefallen können die Besuchenden eine freiwillige Spende zur Mithilfe bei der Kostendeckung hinterlassen.
Witterungsbedingte Änderungen des Aufführungsortes müssen wir uns leider vorbehalten.
In Zusammenarbeit mit:

Mit großzügiger Unterstützung von:





















































