Eine Veranstaltung für jedes ihrer Jahrhunderte

Die Veranstaltungsserie „300 Jahre Villa Kinsele“ war ein Erfolg – wenn auch nur zu einem Teil. Zwar konnte Prof. Daniela Salvucci mit ihrem bebilderten Vortrag über das Ehepaar Malinowski das überaus interessierte Publikum fesseln – wenn auch im Ausweichquartier Maria-Schnee-Kirche –, berührten Cordes y Butons die Zuhörenden mit ihren Klängen zutiefst, und es kamen auch immer mehr Personen als erwartet. Diese unterhielten sich zudem trefflich beim Umtrunk am Platzl und nahmen auch zahlreich an den improvisierten Hausführungen teil. Das zahlenmäßig größte Ensemble, Philomusia, für welches die Bühne dimensioniert war, musste jedoch sein Konzert nach fünfzehn Minuten abbrechen: Ein kurzes, aber intensives Gewitter bereitete dem kulturellen Hochgenuss ein unerwartetes und jähes Ende.
Galerie 1: Daniela Salvucci: La Famiglia Malinowski a Bolzano e Soprabolzano negli anni ’20 e ’30: un’escursione tra antropologia, archivi e territorio.
Noch in den Tagen danach erfuhren wir immer wieder Zuspruch und gleichzeitiges Bedauern für das eine verregnete Konzert. Auch wenn das kulturelle Angebot am Ritten im Sommer erfreulicherweise dicht ist, war für die Villa Kinsele trotzdem noch ordentlich Platz. Doch wer könnte so etwas auf die Beine stellen ohne Protagonisten und Helfern?
Mit Daniela Salvucci, Philomusia und Cordes y Butons hatten wir in jedem Fall eine glückliche Hand. Ihnen sei für ihre sofortige Bereitschaft, die konstruktive Zusammenarbeit und besonders für ihr mitreißendes Herzblut großer Dank ausgesprochen.
Solche Hauptakteure verdienen sich eine ordentliche Bühne, die Gäste wollen die Künstler auch gut sehen und hören, die Firma Schweigkofler Hubert hat diese Aufgabe perfekt gelöst. So viele Menschen, letzlich erwiesen an die 180 Personen der alten Dame die Ehre, brauchen auch Sitzgelegenheiten; Andreas Baumgartner vom Wieser Stoanbruch hat uns spontan für alle drei Veranstaltungen die Bestuhlung zur Verfügung gestellt. Den Rittner Sommerspielen sei gedankt, dass sie den Auftritt von Cordes y Butons ermöglicht haben. Trotz der eingegangen freiwilligen Spenden, welche am dritten Tag dem Verein Kinderherzen Südtirol zu Gute kamen, verblieben noch monetäre Ausgaben; die Zimmerei Pechlaner hat uns auf lobenswerter Weise geholfen, diese abzufedern.
Galerie 2: Ensemble Philomusia: “… auf die Harmonie gesetzt” Werke von Mozart, Offenbach, Bizet und Gulda.
Wie schon erwähnt, fand auch der gemeindschaftsstiftende Umtrunk großen Anklang – Personen zusammenzubringen war auch ein wichtiges Ziel –, doch bei dieser Anzahl an Besuchern wären wir mit unserer gar nicht vernachlässigbaren weinhofeigenen Ausstattung nicht über die Runden gekommen. Wolgang Holzner vom gleichnamigen Parkhotel hat nicht gezögert, uns immer mit einer genügenden Anzahl Weingläser zu versorgen. Elektroteam Unterhofer und Elektro Rottensteiner leihten uns Scheinwerfer bzw. Datenbeamer samt Leinwand, Martin Niedermair von der Tonstube Mikrofon und Lautsprecher, danke! Das Verteilen der Flugzettel sowie das Stempeln und Anbringen der Plakate wurde uns vom Tourismusverein Ritten abgenommen, eine wichtige konkrete Hilfestellung. Schlussendlich sei auch der Pfarrei Maria Himmelfahrt, der Oberbozner Schützengesellschaft und dem Vereinshaus Oberbozen gedankt, sie haben bzw. hätten ihre Räumlichkeiten bei eindeutig schlechten Wettervoraussichten zur Verfügung gestellt.
Galerie 3: Cordes y Buttons und Armin Kobler: Musik trifft Geschichte
Eine musikalische Zeitreise durch Oberbozen mit der Gruppe Cordes y Buttons und den historischen Ansichtskarten der Sammlung Kobler (letzteres wegen Wind ausgefallen).
Wie ist es uns in unserer Rolle als Hobby-Kulturveranstalter ergangen? Die Organisationsarbeit war überschaubar, da wir frühzeitig begonnen haben und auf viel Wohlwollen gestoßen sind. Die diesbezüglichen Erfahrungen, die ich während meiner Zeit in der ArGe Volkstanz gesammelt habe, waren sicher auch von Vorteil. Was wir jedoch als sehr belastend empfunden haben, war die meteorologische Unsicherheit. Bereits in der Woche vor der Veranstaltung wurden mindestens vier Wetterberichte mehrmals täglich konsultiert und bis zuletzt war man sich nicht sicher, ob das Wetter an den Aufführungsabenden tatsächlich halten würde. Wir hatten zum Glück Ausweichquartiere und hätten diese bei eindeutigen Regenvorhersagen auch alle benutzt. Andererseits wollten wir aber auch nicht unnötig auf den ursprünglichen Veranstaltungsort verzichten, schließlich war es das Jubiläum der Villa Kinsele.
So kam es, dass wir den Malinowski-Vortrag kurzfristig und, wie sich im Nachhinein herausstellte, unnötigerweise in die Maria-Schnee-Kirche verlegten. Aufgrund der Nähe zur Villa und des gerade noch ausreichenden Platzangebots stellte sich dies eh nicht als Nachteil heraus. Am Tag, an dem das Ensemble Philomusia auftreten sollte, wurden uns die Möglichkeiten und Grenzen der meteorologischen Vorhersagen mittels Niederschlagsradar deutlich aufgezeigt: Eine prognostizierte Regenfront passierte den Ritten pünktlich am späten Nachmittag, ohne den Freiluftabend zu gefährden. Dass sich danach ein starker Wind, der die Aufführung beeinträchtigte, überhaupt nicht mehr legen wollte und sich nach einer Viertelstunde sogar eine spontan gebildete Gewitterzelle über uns entlud, war jedoch nicht vorgesehen. Besonders die Musiker mit ihren Instrumenten mussten fluchtartig das Trockene aufsuchen. Nach zehn Minuten hörte der Regen auf und die meisten Anwesenden tauschten sich noch lange bei einem Glas Wein aus – ein schwacher Trost bei dieser hochkarätigen Besetzung. Die meteorologischen Prognosen für den dritten Abend verbesserten sich mit jedem Tag, weswegen die Abschlussveranstaltung schließlich in trockenen Tüchern war. Doch auch an diesem Abend wehte ein starker Wind, der für die Darbietenden eine Herausforderung darstellte und meinen Lichtbildervortrag in der Pause verhinderte, da die Leinwand nicht sicher gewesen wäre.
Insofern war es sehr befriedigend, zu Ehren unseres historischen Sommerfrischhauses mit einem hochkarätigen Programm viele zufriedene Gäste zueinandergeführt zu haben. Die Idee, eine solche Veranstaltungsreihe in Maria Schnee/Oberbozen aufzuziehen, scheint also richtig gewesen zu sein. Die witterungsbedingte Belastung von Freiluftveranstaltungen möchte ich uns und auch den Künstlern jedoch nicht mehr antun.
Abb. 2: Beim Aufräuem…
Fotos: Beatrix Unterhofer, Monika Gamberoni und Armin Kobler.







































































