Ansichtskarten der Woche (17)

Vom Gasthof Hofer zum Bella Posta Hotel

Gegenรผber dem prominenteren Hotel Oberbozen ist das Hotel Hofer (Abb. 1 und 4) immer ein wenig in der zweiten Reihe geblieben. Trotzdem ist es wert, sich mit dieser Gaststรคtte zu befassen, spiegelt sie doch exemplarisch die Transformation des auschlieรŸlich bรคuerlich geprรคgten Maria Schnee zum touristischen Oberbozen wider.

Abb. 1: “Ober-Bozen โ€“ Hรดtel Hofer”. Ansichtskarte aus den ersten Betriebsjahren der Rittnerbahn. Am Aufnahmeort steht heute das Cafรฉ Fink. Stolz auf die Erreichbarkeit durch die Bahn, wird diese statt dem Gebรคude in den Vordergrund gestellt. Rechts oben kann man, vorzugsweiรŸe wenn man das Bild durch Anklicken vergrรถรŸert, im Hintergrund das weiรŸe Gebรคudes des Oberhofers und das Dach der Villa Kinsele mit seinem hoch aufragenden Blitzableiter erkennen.

Das Wohngebรคude des Unterhofers, der umgangssprachlich auch nur Hofer genannt wurde, war entsprechend der wahrlich groรŸen Ausdehnung seiner landwirtschaftlichen Flรคchen sehr groรŸzรผgig bemessen und ist in seiner Grundform bis heute erhalten geblieben. Eine Gastwirtschaft, “Wirtsgerechtsame” heiรŸt das zu Grund liegende Recht, ist 1860, also schon deutlich vor der ErschlieรŸung durch die Bahn nachweisbar (Abb. 2). Wahrscheinlich hatte die dort zuletzt unter Josef Lun untergebrachte Wirtschaft die Rolle des รถrtlichen Dorfgasthauses, in erster Linie fรผr die einheimische, zahlenmรครŸig noch sehr geringe Bevรถlkerung.

Abb. 2: Auszug aus dem Versteigerungsedikt gegen Franz ร–hler, Eigentรผmer u.a. des Unterhofers (“Der Bote fรผr Tirol” vom 23. April 1860, S. 6). Wer erinnert sich noch an den Weiher in der Lunwiese?
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Edmund von Zallinger-Thurn

Der Zampano von Oberbozen

Wer sich mit den Aufbruchsjahren Oberbozens rund um die erste bedeutsame verkehrsmรครŸige ErschlieรŸung beschรคftigt, kommt an der Persรถnlichkeit des Edmund von Zallinger-Thurn nicht herum. Wie viele der bekannten Bozner Kaufmannsfamilien entstammen auch die Zallinger dem sรผddeutschen Raum. Die Famile wurde, so Granichstaedten-Czerva in seinem Buch รผber die Bozner Kaufmannsfamilien, am Ende des 17. Jahrhunderts mit dem Bozner Bรผrgerrecht versehen, spรคter โ€“ sie hatte sich inzwischen in die beiden Zweige Zallinger-Stillendorf und Zallinger-Thurn geteilt โ€“ auch geadelt. Die Zallinger kamen durch ihre Kaufmannstรคtigkeit zu groรŸem Reichtum und verfรผgten รผber bedeutende Besitzungen in Bozen und auch am Rittner Berg. Nicht von ungefรคhr lautet die achte Bozner Seligkeit, eine Boznerin, am besten eine Zallinger, zur Frau zu haben. In der Tat kam auch ein Kinsele zu diesen Ehren: Franz nahm 1875 Rosa von Zallinger-Thurn zu seiner zweiten Frau.

Bemerkenswert ist die hohe Dichte an Intellektuellen, welche dieser Sippe entstammten (Abb. 1). Sechs an der Zahl, beschรคftigten sich auf hohem Niveau mit der Philosophie, der Physik, der Mathematik, der Naturkunde, der Rechtsgeschichte aber auch mit angewandten Themen wie der Verbesserung der Seidenraupenzucht und des Ackerbaus oder mit der Trockenlegung der versumpften Talsohle des Bozner Unterlandes.

Abb. 1: Auszug aus den Innsbrucker Nachrichten vom 7. Februar 1928, S. 3. Das Klicken auf die Abbildung macht den gesamten Zeitungsartikel ersichtlich.

Edmund von Zallinger-Thurn (geboren am 19.8.1845 in Oberbozen, gestorben am 23.10.1914 ebendort) war ein Bozner Rechtsanwalt, bekannt wurde er aber hauptsรคchlich als langjรคhriger und umtriebiger Kurvorstand der damals aufstrebenden, noch eigenstรคndigen Gemeinde Gries. In seiner Zeit wurde das Kurhaus (das heutige Marcelline-Institut, Abb. 2) samt umliegenden Parkanalgen gebaut, Wege ausgebessert und Promenanden, u.a. jene auf der Wassermauer, errichtet. Auch Kurkonzerte wurden eingefรผhrt und eine intensive Werbetรคtigkkeit (“PreรŸreklame und sonstige Propaganda”) angestoรŸen. Eine detaillierte Kurordnung garantierte die Finanzierung dieser Aktivitรคten.

Abb. 2: Das 1884 errichtete Grieser Kurhaus mit dem Kurgarten und dem Musikpavillon.
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Die alte Dame hat’s gefreut

Eine Veranstaltung fรผr jedes ihrer Jahrhunderte

Abb. 1: Cordes y Butons am 19. August.

Die Veranstaltungsserie โ€ž300 Jahre Villa Kinseleโ€œ war ein Erfolg โ€“ wenn auch nur zu einem Teil. Zwar konnte Prof. Daniela Salvucci mit ihrem bebilderten Vortrag รผber das Ehepaar Malinowski das รผberaus interessierte Publikum fesseln โ€“ wenn auch im Ausweichquartier Maria-Schnee-Kirche โ€“, berรผhrten Cordes y Butons die Zuhรถrenden mit ihren Klรคngen zutiefst, und es kamen auch immer mehr Personen als erwartet. Diese unterhielten sich zudem trefflich beim Umtrunk am Platzl und nahmen auch zahlreich an den improvisierten Hausfรผhrungen teil. Das zahlenmรครŸig grรถรŸte Ensemble, Philomusia, fรผr welches die Bรผhne dimensioniert war, musste jedoch sein Konzert nach fรผnfzehn Minuten abbrechen: Ein kurzes, aber intensives Gewitter bereitete dem kulturellen Hochgenuss ein unerwartetes und jรคhes Ende.

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Erbe ร–sterreich โ€“ Die Erfindung des Urlaubs

รœber die Ursprรผnge des heimischen Tourismus

Abb 1. Sommerfrischgesellschaft auf dem Weg nach Wolfsgruben. Bildschirmfoto aus dem Film.

Die Zeit der Sommerfrische beginnt, am Ritten traditionell zu Peter und Paul (29. Juni). Als Einstimmung dafรผr eine bemerkenswerte Filmdokumentation von Birgit Mosser. Mich hat es sehr gefreut, mit Informationen, Kontaktevermittlung, Begleitung vor Ort und mit eigenen Texten bei der Realisierung im Herbst 2025 mithelfen durfte.

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Moj

2027 wird sich zum 150. Mal der Geburtstag des “Rittner Dichters”, Hans von Hoffensthal, jรคhren. Um mich schon beizeiten auf das Jubilรคumsjahr einzustimmen bzw. es nicht unvorbereitet anzugehen und nicht zuletzt wegen eines dritten, bedeutenden Grundes, den anzugeben es aber noch verfrรผht ist, habe ich mir diese Wochen seinen letzten Roman “Moj” zu Gemรผte gefรผhrt.

“Mit tiefer Wehmut nimmt man das Buch zur Hand. Ein letzter GruรŸ aus einem frischen, allzu frรผhen Grab.”

Abb. 1: Die leinengebunde Ausgabe im Format eines heutigen Taschenbuches.
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Die Villa Kinsele wird 300 Jahre alt, ein Grund zu feiern!

Am 28. August 1726 verkaufen der โ€žehrsameโ€œ Mathias Prackwieser, โ€žOberhofer zu Oberpozenโ€œ und seine โ€žtugendhafte Ehewirtinโ€œ Ursula Lintner dem โ€žedlen Herrnโ€œ Andre Lanner, โ€žBรผrger und Kaufherr zu Bozenโ€œ, ein neues, an das Oberhofer-Wohnhaus grenzende Gebรคude zum Zwecke der Sommerfrische. Aus den โ€žerpauten zwo Camern sambt all den ybrigen Umb- unnd Ingepeyen, Item Kheller, Kichele, Dillen und Stalleleโ€œ wird im Laufe der folgende Jahrzehnte durch die Familien Lanner zuerst und Kinsele danach โ€“ auch erfolgreiche Bozner Kaufherren โ€“ , ein fรผr Oberbozen typisches Sommerrefugium, welches die Mode der Zeit aber auch das Selbstverstรคndnis des durch Handel zu Reichtum gelangten Bozner Bรผrgertums widerspiegelt.โ€จ


Anlรคsslich des Abschlusses umfangreicher Renovierungsarbeiten und der 300sten Wiederkehr des obgenannten Besitzwechsels finden im Sommer 2026 vor dem historischen Sommerfrischhaus in Maria Schnee/Oberbozen drei kulturelle Veranstaltungen statt โ€“ eine fรผr jedes Jahrhundert.โ€จ

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Englische Jagdszenen in Oberbozen: Der Kupferstecher und Verleger Antonio Suntach

รœber eine schรถne, Jagdszenen darstellende Serie von Kupferstichen aus den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts und den Malern, welche die Vorlagen lieferten, habe ich in einem frรผheren Beitrag geschrieben. Nun ging es darum, etwas รผber den Schรถpfer der Kupferstiche zu erfahren. Bei allen Bildern dieser Serie war in der rechten unteren Ecke (Abb. 1) vermerkt: “Dirigรฉe par A. Suntach” (“Geleitet von A. Suntach”).

Abb. 1: Ausschnitt aus der Serie von Kupferstichen mit den Jagdszenen.

War das also gar nicht der Ausfรผhrende selbst, sondern der Firmeninhaber? A., also Antonio, Suntach ist im Internet relativ leicht zu finden, denn seine Stiche werden immer wieder ausgestellt und โ€“ noch mehr โ€“ in Kunstversteigerungen angeboten. Auch zu einem weiterfรผhrenden, wenn auch nicht sehr ausfรผhrlichen Wikipediaeintrag hat er es geschafft.

Die weitere Suche ergab, dass die Stadt Bassano del Grappa ihm 2012 eine umfangreiche Ausstellung im Palazzo Sturm gewidmet hat. Mit ziemlich viel Geduld ist es mir gelungen, den Ausstellungskatalog (Abb. 2) samt dazugehรถriger CD online, wahrscheinlich aus Restbestรคnden, zu erhalten.

Abb. 2: Umschlagbild des Kataloges zur Ausstellung: “Antonio Suntach โ€“ Ein Graveur des 18. Jahrhunderts zwischen Bassano, Rom und Europa”. Bassano del Grappa, Palazzo Sturm โ€“ Museo Remondini, 28. Jรคnner bis 1. Mai 2012, Rom, Istituto italiano per la grafica – calcografia, 27. September bis 4. November 2012.
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Ansichtskarten der Woche (16)

Der Wolfsgrubnersee, mehr als nur ein Badesee

Abb. 1: “Lago di Costalovara m. 1186 sul Renon verso le Dolomiti “. Kolorierte Ansichtskarte, Anfang 20. Jh.

In der Auflistung der Seen auf der Webseite der Sรผdtiroler Landesverwaltung wird das Gewรคsser folgendermaรŸen beschrieben: “Der Wolfsgrubener See befindet sich auf einer Meereshรถhe von 1176 m und erstreckt sich รผber eine Flรคche von 3,3 ha, seine maximale Tiefe betrรคgt 4 m. Der Badesee liegt am sรผdรถstlichen Rand der Rittner Hochflรคche, die hier steil gegen den Bozner Talkessel abbricht. Der See ist natรผrlichen Ursprungs, er wurde durch Morรคnenschutt aufgestaut und mit einem kรผnstlichen Damm ergรคnzt. Der Felsuntergrund besteht ausschlieรŸlich aus Quarzporphyr, der von Morรคnenschutt รผberlagert ist. Der See weist nur eine geringe Tiefe auf – die tiefste Stelle des Sees befindet sich im Osten – und neigt zur Massenentwicklung von Unterwasserpflanzen. Von den drei Zuflรผssen bringt nur der im Norden eine nennenswerte Wassermenge. Zusรคtzlich wurde ein kรผnstlicher Zufluss angelegt.”

Tatsรคchlich wird der Wolfsgrubnersee vielfรคltig genutzt. Durch die Errichtung eines kleinen Dammes an der Ostseite schon vor langer Zeit wurde die Erhรถhung des Wasserspiegels ermรถglicht, wodurch der Betrieb von wassergetriebenen Mรผhlen, Sรคgewerken und Schmieden am Eschenbach (Abb. 2) sicherer gestaltet wurde. Entlang dieses Gewรคssers gab es 25 solcher Betriebe, von Wolfsgruben รผber Unterinn bis Blumau, wo der Eschenbach nach ungefรคhr 900 Hรถhenmetern in den Eisack mรผndet.

Abb. 2: Der Wofsgrubner See in einer Katasterkarte von 1858.

Doch auch touristisch โ€“ wenn man den Begriff weiter fasst โ€“ weckte der idyllische See (Abb.1) schon frรผh Interesse. Die Oberbozner Sommerfrischler wรคhlten ihn nachgewiesenermaรŸen hรคufig als Ausflugsziel. Fรผr die Mitglieder der Schรผtzengesellschaft am Ritten war das SchieรŸen auf Scheiben, die auf Booten in der Mitte des Sees aufgestellt waren, ein seltener Hรถhepunkt des Aufenthalts.

Abb. 3: Das alte, heruntergekommene Gebรคude des Unterweihrerhofes in einem Foto von Robert oder Lori Kinsele, um 1910. Links kann man im Hintergrund den See mit einem sehr niederen Wasserstand erkennen.
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Ansichtskarte der Woche (15)

Der Geyerer einst und jetzt

Abb. 1: “IL BELL’ALTO ADIGE Motivo sul RENON presso Bolzano” Ansichtskarte, Zwischenkriegszeit, Sammlung Kobler.

Der Geyerer (Abb. 1 und 2), heute Geyrer geschrieben, ist mit seinen 1.330 m Seehรถhe der hรถchstgelegene Hof Oberbozens. Schon deshalb wurde er mit dem Aufkommen des Tourismus gerne als Aussichtsort besucht, spรคter auch als Startpunkt von Rodel- und Skiabfahrten. Aus dieser Zeit dรผrfte auch die Errichtung eines Gasthauses an der Hofstelle stammen, das mehrmals in den Zeitungen der damaligen Epoche erwรคhnt wird.

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Die Freude, etwas zurรผckzugeben

Abb. 1: Der Katalog zur Ausstellung “Kaufmannsgesichter โ€“ Volti di mercanti”.

In den fรผnf Jahren, in denen an diesem Blog gearbeitet wird, habe ich doch so einiges zusammengetragen, analysiert und eingeordnet. Dabei habe ich auf mรผndliche sowie schriftliche Mitteilungen, Bรผcher, Zeitungsartikel, Beitrรคge in Zeitschriften, Karten, Bilder, Drucke sowie Ansichtskarten zurรผckgegriffen. Ich konnte dabei also immer auf der Vorarbeit anderer aufbauen.

Abb. 2: Ein Ausschnitt aus dem Literaturverzeichnis.
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Die Villa Kinsele wird 300 Jahre jung!

Und das soll nicht unbeachtet vonstattengehen.

1726 kauft nรคmlich Andre Lanner von den Oberhofer-Eheleuten ein vor kurzem angebautes Gebรคude. Aus meinem detaillierteren Bericht von 2024:
“Herr Andreen Laners aus Bozen und Mathias Prackhwieser Oberhofer und seiner Ehewirtin [Ursula] Lintnerin.” “โ€ฆ Oberpozen die daselbs bei d behausung nit Unlengsten hiezue Erpauten zwo Camern sambt all d ybrigen Umb- unnd Ingepeyen, Item kheller, Kichele, dillen re Stallele und dgleichen und zwar Specialiter alles ds Jenige was Unter den Obdach sollichen Neu Gepey sich befindet, wie auch ain darbey ligendes Stuckh Ertreich khreitle garthen.”
Laut der Beschreibung ist es kleiner als die spรคtere Villa, die Franz Sales Kinsele 1779 ersteigern wird. Die Lanner, Vater oder Sohn, haben dem Gebรคude seine heutige Form gegeben.

Damit dieser Jahrestag nicht einfach nur so vorรผbergeht, sind wir gerade dabei, ein paar kulturelle Veranstaltungen diverser Natur fรผr den Sommer zu organisieren, die mehr oder weniger mit dem Haus und seiner Zeit in Zusammenhang stehen. So viel kann schon jetzt verraten werden. Wir werden natรผrlich auch hier im Blog darauf aufmerksam machen, weshalb, geneigte Leserinnen und Leser dieses Blogs, wie es heute so schรถn heiรŸt: โ€žStay tuned!โ€

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Hic fui โ€“ Ich war hier

Es soll ein uraltes menschliches Bedรผrfnis sein, seinen Zeitgenossen, aber besonders der Nachwelt, mitzuteilen, dass man sich an einem bestimmten Ort aufgehalten hat. โ€žHic fuiโ€œ, was lateinisch ist und nichts anderes bedeutet als โ€žIch war hierโ€œ, wurde zusammen mit dem eigenen Namen seit dem Altertum in Holz, Stein und Mauern geritzt. Der Filmbeitrag โ€žGRAFFITI โ€“ ich war hierโ€œ (Abb. 1) von Ulli Verano und Hans Peter Karbon zeigt anschaulich, wie, wann und wo sich die Besucher der einzelnen Orte verewigen wollten.

Abb.1: GRAFFITI โ€“ “ich war hier”, Karbon Videoproduktion im Auftrag von RAI Sรผdtirol (2020).

So ein Zeichen des Beweises, hier gewesen zu sein, noch dazu ein ausfรผhrliches, haben wir auch in der Villa Kinsele im Laufe der Restaurierungsarbeiten entdeckt. 1891 hat sich Rosa Defrancesco aus Panchiร , einem Dorf im Fleimstal, mit Bleistift auf einer Wand in der hinteren Stube verewigt (Abb. 2).

Abb. 2: Der Auffindungsort des Graffitis. Hinter der zeitweilig entfernten Tรคfelung der hinteren Stube kam es zutage, eingegrenzt auf dem Foto durch das farbige Oval.
Abb.3: Linke Hรคlfte der Inschrift.
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Ursprรผngliches Ziel: Das Rittnerhorn

Abb. 1: Das Rittnerhorn, von unterhalb der Sschwarzseespitze aus gesehen.

Selbst unter ausgesprochenen Rittnerbahn-Freunden ist wenig bekannt, dass die Rittnerbahn ursprรผnglich fรผr das Rittnerhorn geplant war, und zwar als reine touristische Zubringerbahn. Die von Bozen ausgehende Trasse hรคtte รผber Unterinn und Klobenstein den einzigartigen Aussichtsgipfel erreichen sollen. Damit hรคtte sich der siebenstรผndige FuรŸmarsch von der Stadt aus auf eine zweistรผndige Bahnfahrt reduziert. Technische Probleme anfรคnglich (fรผr den damals รผblichen Kohle-Dampf-Betrieb war die Strecke zu lang) und finanzielle Schwierigkeiten spรคter (es wurde den Investoren vorgetรคuscht, dass die Strecke sogar nur bis zum Bahnhof Oberbozen gebaut wรผrde) brachten es mit sich, dass das Vorhaben schlussendlich wesentlich kleiner ausfiel. Zudem sollte die ursprรผngliche “Vergnรผgungsbahn” aus wirtschaftlichen Grรผnden einer breiteren Nutzung zugefรผhrt werden, was mit der Zeit auch gelang.

1890 wurde das erste Mal in den Zeitungen รผber das ambitionierte Vorhaben geschrieben, und zwar in der Bozner Zeitung und den Tiroler Stimmen, jeweils am 17. Februar. Eine erste ausfรผhrliche, รผberaus positive Berichterstattung erfuhr das Projekt schon am Tag darauf, und zwar in der in Wien erscheinenden Neue Freie Presse, “fรผhrendes Blatt der Habsburgermonarchie, das insbesondere vom liberalen Bildungsbรผrgertum gelesen wurde.” (Wikipedia). Kein schlechtes Omen! Trotzdem sollten noch siebzehn Jahre bis zur Fertigstellung, noch dazu in reduzierter Form, ins Land gehen.

Abb. 2: Der Kopf der Tageszeitung “Neue Frei Presse” am 18.2.1890
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Englische Jagdszenen in Oberbozen: Die Maler George Morland und Julius Caesar Ibbetson

Abb. 1: “Die Jagd auf den Fasanen”

Wie schon in einem vorigen Posting berichtet, gehรถrt zur Villa Kinsele einiges aus dem ausgehendem 18. Jahrhundert stammendes Mobiliar. So auch eine Serie von Kupferstichen, welche hinsichtlich der Sujets wie der Bilderrahmen auf diese Epoche verweisen. Nachdem ich auch von anderen Bewohnern historischer Sommerfrischhรคuser gehรถrt habe, dass sie ebenfalls รคhnliche Kupferstiche, sogar in bedeutenderer Anzahl, besitzen, kann man das wirklich als ein in diesen Kreisen verbreitetes Modephรคnomen bezeichnen. Die Jagd, als eine in der Natur betriebene, beliebte, aber dem Adel vorbehaltene Sportart, war deshalb ein lohnendes Thema.

Abb. 2 bis 7: Die vorgefundene Kupferstiche zum Thema Jagd. Das Anklicken vergrรถรŸert die Abbildungsserie.

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Villa Kinsele im Herbst

Grรผn, gelb und blau, das sind die Farben, welche momentan, an diesen wunderschรถnen Herbsttagen der ersten Oktoberhรคlfte am Ritten รผber alles herrschen. Der Morgen ist kalt, aber nicht frostig, zur Tageshรคlfte kann man angenehm im Freien zu Mittag essen, kaum ist die Sonne weg, wird es schnell kรผhl, die Tage sind merklich kรผrzer geworden. Fein, dass im Inneren des Hauses dann die neue FuรŸbodenheizung fรผr angenehme Wรคrme sorgt. Und Kastanienherzen gibt es auch schon.

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groรŸ.โ€จ
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,โ€จ
und auf den Fluren laรŸ die Winde los
.

Befiehl den letzten Frรผchten voll zu sein;โ€จ
gieb ihnen noch zwei sรผdlichere Tage,โ€จ
drรคnge sie zur Vollendung hin und jage
โ€จdie letzte SรผรŸe in den schweren Wein.


Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.โ€จ
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,โ€จ
wird wachen, lesen, lange Briefe schreibenโ€จ
und wird in den Alleen hin und her
โ€จunruhig wandern, wenn die Blรคtter treiben.


Rainer Maria Rilke (1875 bis 1926)

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Ansichtskarten der Woche (14)

Von der Villa MeรŸmer zum Gloriette Guesthouse

Abb. 1: “Station Oberbozen m. Rosengartengruppe” (Ansichtskarte, Anfang 20. Jh.). Links im Vordergrund die Westseite der Villa MeรŸmer. Die im Vordergrund ersichtlichen Flรคchen des spรคteren Parks des Hotel Hofer/Friedl/Post werden noch landwirtschaftlich genutzt. Das Klicken auf die Abbildung vergrรถรŸert wie immer deren Darstellung am Bildschirm.

Selbst den meisten Ritten-Kennern wird der Name โ€žVilla MeรŸmerโ€ nichts sagen. Tatsรคchlich trug die Villa diesen Namen nur ganz kurz. Zudem konnte sie ihre ursprรผngliche Form und Zweckbestimmung nur fรผr kurze Zeit behalten. Sie war eine jener Villen โ€“ in Aussicht gestellt wurden laut Zeitungsberichten 200 (!) โ€“, welche in der ersten Zeit um und nach dem Bau der Rittnerbahn hochgezogen wurden (Abb. 2). Der Bauherr war Dr. Heinrich (Heinz) MeรŸmer, ein rรผhriger Bozner Zahnarzt.

Abb. 2: Auszรผge aus dem Grundbuch. “Maria Schnee โ€“ BP. 1161 โ€“ Wohnhaus Nr. 75 Oberbozen”.

Geboren wurde er im oberรถsterreichischen Freistadt, wuchs aber in Bozen auf, wo der zweite Mann seiner Mutter, Dr. Franz v. Zallinger, eine Zahnarztpraxis fรผhrte. Nach seiner Promotion zum Doktor der Gesamten Heilkunde war er in verschiedenen Teilen der รถsterreichischen Monarchie tรคtig, bis er sich 1901 als Zahnarzt in Bozen niederlieรŸ. Er war stark im Musik- und Gesellschaftsleben der Stadt eingebunden, man findet zahlreiche Zeitungsmeldungen aus der Zeit, wo รผber ihn als Sรคnger, Liedtexter, Konzertveranstalter, Ballorganisator usw. berichtet wird. Auch wurde er 1902 in den ersten Vorstand des gerade gegrรผndeten “Fremdenverkehrs- und Verschรถnerungsverein Bozen und Umgebung” gewรคhlt. Trotzdem zieht er schon 1908 nach Wien, seine neue Villa am Ritten hatte er also nur kurz bewohnt. Er verkauft sie schlieรŸlich 1910 an Hans Holzner, der kurz davor das Hotel Oberbozen, welches fรผr kurze Zeit Hotel Maria Schnee hieรŸ, gepachtet und kurze Zeit spรคter kรคuflich erwerben sollte (Abb. 3).

Abb. 3: Auszรผge aus dem Grundbuch. “Dr. Heinrich MeรŸmer” “Hans Holzner”.
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Villa Kinsele August 2025

Ein Herr im dunklen Anzug, mit Vollbart und schwarz gerandeter Brille, posiert schmunzelnd vor einem stattlichen Haus. Ein paar Meter entfernt seine Frau โ€“ auffรคllig schmale Taille, knรถchellanger Rock, Steckfrisur โ€“ schwebend, auf Stelzen. Sie lรคchelt, scheint die hohe Position zu genieรŸen.

Die beiden, die in einem heiteren Moment auf der Schwarz-WeiรŸ Fotografie festgehalten worden sind, bezaubern die Besucher: innen, die in die gerรคumige Kรผche der Villa Kinsele geladen werden โ€“ und machen neugierig auf jene, die hier gewohnt haben, auf ihre Geschichten und den Geist, der durch die Rรคume weht. Der ist nicht so leicht zu fassen, in dreihundert Jahren brausen viele Windbรถen um den alten Turm der Maria-Schnee-Kirche. Aber es gibt jahrhundertealte Wandkรคsten in der Villa, schmiedeeiserne Schlรถsser, florale Fresken, robuste Truhen und im Dachboden sogar alte Schrankkoffer, die von Abschied und Alltag, von Reichtum und Moden, von Ehrgeiz, Schรถnheit und Handwerk, von Kunst und Vergรคnglichkeit erzรคhlen. Gemรผtlich ist das Pfaffenzimmer, vielleicht entdeckt jemand den Hl. Donatus und die Frage, wie das Dienstmรคdchen heiรŸt, das sich hinter der alten Tรคfelung mit einem Autogramm verewigt hat, kann der Gastgeber sicher auch beantworten.
Wer in der Villa Kinsele รผbernachten darf, schlรคft gut. Der Blick aus dem Schlafzimmer fรคllt auf hohe alte Bรคume und markante Berge, einen kleinen Kirchturm, einen geheimnisvollen Gang, einen rot gestrichenen Balkon und auf Grรผn, das รผppig durch den Sommer leuchtet.
Dieser Moment, an dem der Schlaf vorbeigezogen ist und ein neuer Tag anbricht, ist ein magischer โ€“ vor allem, wenn Entspannung und Leichtigkeit die Stuben und das Herz umgarnen: In diesem Haus werden viele in Glรผck den Tag beginnen!
Und wer genau lauscht, der vermag die Geheimnisse vielleicht zu hรถren und zu deuten: Der Frieden liegt im Augenblick. Nichts ist umsonst, nichts ist zufรคllig, nichts ist nur ein Wimpernschlag im Wind. Das, was wirklich bleibt, ist unsichtbar.
Unsichtbar wie der Reigen an Gefรผhlen in jener Frau mit Steckfrisur, in knรถchellangem Rock und auffรคllig schmaler Taille, die schwebend auf Stelzen geht an einem Sommertag.

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Ansichtskarten der Woche (13)

Stein am Ritten

Abb. 1: “Castelpietra sul Renon col Sciliar”: Ansichtskarte aus der Zwischenkriegszeit.

“Die Ruine der Burg Stein am Ritten befindet sich in Sรผdtirol in der Gemeinde Ritten unterhalb von Siffian. Die wenigen imposanten Reste der Burgruine erheben sich auf einem isolierten Felskopf ober einer Schlucht, die vom Ritten ins untere Eisacktal abfรคllt. Vom ehemals mindestens vierstรถckigen Palas stehen nur noch Sรผd- und Westwand, die Ringmauern der tiefer gelegenen Vorburg sind zum GroรŸteil in die Tiefe gestรผrzt. In der ersten Hรคlfte des 13. Jahrhunderts wurde die Anlage von den Herren โ€žde Lapideโ€œ (zum Stein) erbaut, 1349 zerstรถrt, danach wieder aufgebaut und im 17. Jahrhundert aufgelassen. รœber lange Zeit fungierte die an wichtigen Sekundรคrverbindungen gelegene Burg als Gerichtssitz des Rittens. Im Auftrag der Tiroler Landesfรผrsten รผbten im 15. Jahrhundert Pflegrichter die Gerichtsbarkeit aus, so im Jahr 1417 der Bozener Adelige Ingenuin von Weineck als <phleger auf dem Stain>โ€œ.
(aus Wikipedia 2025)

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Louis-seize [lwi sษ›หz oder Lui sรคz]

Von Versailles in die Tiroler Provinz

Der Louis-seize (auch: Louis XVI, vorrevolutionรคrer Klassizismus) ist eine Stilrichtung in der franzรถsischen und franzรถsisch beeinflussten europรคischen Kunst und Architektur des 18. Jahrhunderts zwischen 1760 und 1790. Der Stil ist benannt nach dem franzรถsischen Kรถnig Ludwig XVI. (Regierungszeit: 1774โ€“1792).
(Aus Wikipedia)

Abb. 1: Wollen wir kurz auf dem Gang im 1. Stocke zwischen den Wohnungen “Lori” und “Johanna” verweilen?

Es ist nicht feststellbar, wem genau wir den reichhaltigen Bestand an Mรถbeln dieser Stilrichtung zuzuschreiben haben, ob dem Sohn des Erbauers der des Kinselehauses, dem spรคteren Bankrotteur Joseph Andre Lanner, oder dem 1779 nachfolgendem Ersteigerer der Immobilie, dem Emporkรถmmling Franz Sales Kinsele. Tatsache ist jedenfalls, dass die vermรถgenden Bozner Handelsherren gute bis beste Kontakte auch zur Welt auรŸerhalb des “Land im Gebirge” hatten und ihren Reichtum nicht ungern mit Gegenstรคnden ร  la mode zelebrierten.

Abb 2: Praxistauglichkeit ist keine Erfindung von heute: Der mit Intarsien verzierte Esstisch in der Wohnung “Johanna” ist ausziehbar. Die Stรผhle und das Canape stammen โ€“ leicht ersichtlich โ€“ aus der gleichen Zeit.
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ErschlieรŸung mit Bepflanzung abgeschlossen

Mit dem Setzen der Bรคume lรคngs der zusรคtzlichen Einfahrt, welche im Rahmen von kleineren Grenzverschiebungen mit dem sรผdlichen Nachbarn gebaut wurde (ich berichtete), kann auch dieses Vorhaben als beendet betrachtet werden. Es stimmt, der Bretterzaun muss wieder montiert und ergรคnzt werden und mittelfristig wรคre es sinnvoll, auch ein Gitter am Beginn der Rampe montieren zu lassen. Aber momentan will ich weitere Ausgaben vermeiden und die Benutzbarkeit ist ja so auch gegeben.

Abb 1: Blick vom sรผdlichen Rand der oberen Wiese auf die Parkbucht und den Beginn der zusรคtzlichen, neuen Einfahrt. Im Vordergrund einer der neu gesetzten Linden.

Entlang der zur oberen Wiese fรผhrenden Rampe haben wir Bรคume setzen lassen. Der tradierten Umgebung gemรครŸ zwei Winterlinden (Tilia cordata) und zwei Rosskastanien. Bei letzteren fiel dieses Mal die Wahl auf rosa blรผhende Exemplare (Aesculus x carnea). Erstens aus รคsthetischen Grรผnden und zweitens, โ€“ leider wichtiger โ€“ weil diese natรผrlichen Hybride resistent gegenรผber der sich sehr stark ausgebreiteten Miniermotte (Cameraria ohridella) sind. Anfรคllig ist dieser natรผrliche Hybrid aber wie seine Gattungsgenossen auf den die Blattbrรคune der Rosskastanie verursachenden Pilz Guignardia aesculi.

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Ansichtskarten der Woche (12)

Der Baumpinkler von Wolfsgruben

Abb. 1: “Costalovara m. 1225 sul Renon โ€“ Wolfsgruben am Ritten” (Ansichtskarte, Anfang 20. Jh.). Das Klicken auf die Abbildung vergrรถรŸert wie immer deren Darstellung am Bildschirm.

Ritten-Kenner werden in Abbildung 1 sogleich das St.-Josef-Kirchlein des Weilers Wolfsgruben, kurz vor Oberbozen gelegen, erkannt haben. Wenn man die Ansichtskarte vergrรถรŸert, erkennt man den noch offenen Bach, der zum gleichnamigen See fรผhrt, einen Holzsteg darรผber, einen Karrenweg und rechts, dem Zaun entlang, einen gepflegten FuรŸweg. Und wenn man besonders akkurat in die linke Ecke schaut (Abb. 2), kann man einen an der Lรคrche die dringende Notdurft verrichtenden Knaben erkennen. Wird er die Anwesenheit des Fotografen nicht bemerkt haben?

Abb. 2: VergrรถรŸerter Ausschnitt aus Abbildung 1.

Und wie sieht die Situation heute aus? Ich habe letztlich probiert, das Foto nachzustellen (Abb. 3) , ein Unterfangen, das schon durch die vermutlich verschiedenen Brennweiten nicht erleichtert wird. Zudem ist es nicht einfach, den Aufnahmepunkt zu finden bzw. kann er auch gar nicht mehr zugรคnglich sein. Im Fall von Wolfsgruben hatte ich Glรผck, man kann die Bilder recht gut vergleichen.

Abb. 3: Das St.-Josef-Kichlein im Sommer 2025.

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Sommerfrische wie damals

Die elegant geschnitzten Rรถschen in der Stuben-Tรคfelung (siehe Beitrag โ€žFenster in die Vergangenheit 3โ€œ) waren nur ein Teil der optischen Genรผsse, die wir in unserer Sommerfrische in der Villa Kinsele erleben durften: Eine wunderbar renovierte Stube, in der das Element Holz rundum fรผr Behaglichkeit sorgt und eine moderne Kรผchenzeile den Kontrapunkt fรผrs Auge und die Praktikabilitรคt im Alltag setzt. Der Blick aus dem Fenster fรคllt auf die groรŸen jahrhundertealten Bรคume mit ihren sattgrรผnen Blรคttern.
Unsere Wohnung “Johanna” liegt im oberen Stock und verfรผgt neben der getรคfelten Stube รผber ein sehr gerรคumiges Schlafzimmer mit Balkon, Blick ins Grรผne und auf die Kapelle Maria Schnee. Am liebsten wรผrde man den ganzen Tag im Haus verbringen und das wahrlich historische Ambiente genieรŸen, indem man das perfekt renovierte Stiegenhaus mit seinen geheimnisvollen Gemรคlden und alten Mรถbelstรผcken auch noch mit bewohnt. Eigentlich ist die Woche hier als Gast viel zu kurz geworden.
Ein kleiner Trost ist (und wer unsere Gastgeber kennt, weiรŸ es): nicht nur jedes Stรผck und Element hier in der Villa Kinsele hat seine eigene Historie, sondern auch jeder Gast schreibt die Geschichte des Hauses in irgendeiner Weise ein kleines Stรผck weiter. Wir danken fรผr diese Mรถglichkeit und die besondere gastliche Aufnahme und hoffen auf eine Fortsetzung der Geschichte irgendwann.

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Luglio a Villa Kinsele

Dal 1726 Villa Kinsele รจ il punto d’appoggio ideale per sfuggire alla calura estiva della cittร  e godere dei bei paesaggi dell’altopiano del Renon.

Anche per noi, quasi 300 anni piรน tardi, non ha fatto eccezione: abbiamo passato una bella settimana nell’appartamento Johanna, che รจ stato recentemente restaurato da Armin e Monika. Svegliarsi con il cinguettare degli uccelli, fare colazione all’aperto con la bella vista sulle montagne, partire ogni giorno per un’avventura su un sentiero diverso, il tutto con pantaloni lunghi e felpa, รจ un bel regalo per questo periodo dell’anno.

L’esperienza nella casa รจ stata particolare: molto interessante il connubio tra tradizione e innovazione. I proprietari di casa hanno fatto un lavoro incredibile per riportare la struttura alla forma originaria del diciottesimo secolo. Tutto questo, tuttavia, senza privare gli ambienti interni dei comfort necessari. In questo modo viene a crearsi un piacevole contrasto tra antico e moderno, tradizione e innovazione, bellezza e praticitร .

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Alte Villa im neuen Outfit

รœber die Arbeiten von Alois Langgartner wurde hier schon รถfters berichtet (1, 2, 3, 4), hat doch gerade die รคuรŸere und innere Farbgebung eines historischen Gebรคudes nicht nur einen รคsthetischen Wert, sondern ist auch ein wesentlicher Teil der Geschichte der Villa. Mit Alois Langgartner und seinen Mitarbeitern hatten wir ein tolles Team am Bau, das nicht nur mit sehr viel Fingerspitzengefรผhl punktete โ€“ Alois und Andreas haben รผber Jahre in den Pescoller-Werkstรคtten gearbeitet โ€“ , sondern auch eine besondere Zuverlรคssigkeit an den Tag legte. Und was mir, auch bei anderen Handwerkern besonders gefiel: sie teilten gerne ihr Wissen mit mir, ich konnte viel in dieser Zeit von ihnen lernen. Anbei auch sein Restaurierungsbericht.

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