Edmund von Zallinger-Thurn

Der Zampano von Oberbozen

Wer sich mit den Aufbruchsjahren Oberbozens rund um die erste bedeutsame verkehrsmäßige Erschließung beschäftigt, kommt an der Persönlichkeit des Edmund von Zallinger-Thurn nicht herum. Wie viele der bekannten Bozner Kaufmannsfamilien entstammen auch die Zallinger dem süddeutschen Raum. Die Famile wurde, so Granichstaedten-Czerva in seinem Buch über die Bozner Kaufmannsfamilien, am Ende des 17. Jahrhunderts mit dem Bozner Bürgerrecht versehen, später – sie hatte sich inzwischen in die beiden Zweige Zallinger-Stillendorf und Zallinger-Thurn geteilt – auch geadelt. Die Zallinger kamen durch ihre Kaufmannstätigkeit zu großem Reichtum und verfügten über bedeutende Besitzungen in Bozen und auch am Rittner Berg. Nicht von ungefähr lautet die achte Bozner Seligkeit, eine Boznerin, am besten eine Zallinger, zur Frau zu haben. In der Tat kam auch ein Kinsele zu diesen Ehren: Franz nahm 1875 Rosa von Zallinger-Thurn zu seiner zweiten Frau.

Bemerkenswert ist die hohe Dichte an Intellektuellen, welche dieser Sippe entstammten (Abb. 1). Sechs an der Zahl, beschäftigten sich auf hohem Niveau mit der Philosophie, der Physik, der Mathematik, der Naturkunde, der Rechtsgeschichte aber auch mit angewandten Themen wie der Verbesserung der Seidenraupenzucht und des Ackerbaus oder mit der Trockenlegung der versumpften Talsohle des Bozner Unterlandes.

Abb. 1: Auszug aus den Innsbrucker Nachrichten vom 7. Februar 1928, S. 3. Das Klicken auf die Abbildung macht den gesamten Zeitungsartikel ersichtlich.
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Die alte Dame hat’s gefreut

Eine Veranstaltung für jedes ihrer Jahrhunderte

Abb. 1: Cordes y Butons am 19. August.

Die Veranstaltungsserie „300 Jahre Villa Kinsele“ war ein Erfolg – wenn auch nur zu einem Teil. Zwar konnte Prof. Daniela Salvucci mit ihrem bebilderten Vortrag über das Ehepaar Malinowski das überaus interessierte Publikum fesseln – wenn auch im Ausweichquartier Maria-Schnee-Kirche –, berührten Cordes y Butons die Zuhörenden mit ihren Klängen zutiefst, und es kamen auch immer mehr Personen als erwartet. Diese unterhielten sich zudem trefflich beim Umtrunk am Platzl und nahmen auch zahlreich an den improvisierten Hausführungen teil. Das zahlenmäßig größte Ensemble, Philomusia, für welches die Bühne dimensioniert war, musste jedoch sein Konzert nach fünfzehn Minuten abbrechen: Ein kurzes, aber intensives Gewitter bereitete dem kulturellen Hochgenuss ein unerwartetes und jähes Ende.

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Die acht Bozner Seligkeiten (3)

am Beispiel der Familie Kinsele

“Ganz unerläßlich ist zum dritten
Ein Sommerfrischhaus am luftigen Ritten
Und damit verbunden das Recht zum Tragen
Des weißen Mantels mit rotem Kragen.”

Abb 1: Am Ortnerhof/Haus Menz im Jänner 1961: von rechts meine Tante Anna Poli-Treibenreif, meine Cousine Christl Treibenreif-Niedermayr, meine Schwester Renate, meine Großtante Antonie Sanin-v. Menz (mit Oberbozner Mantel: weißer Loden mit rotem Kragen und Revers). Von ihr wird meine Mutter die Villa Kinsele erben. Links Heinrich Unterhofer und Barbara Ganner-Unterhofer. Sammlung A. Kobler.

Jedem, der eine der Veranstaltungen der Oberbozner Schützengesellschaft besucht hat oder bei einem der dortigen Kirchtage zugegen war, dürften die Oberbozner Mäntel aufgefallen sein. Doch lassen wir den ehemaligen Oberschützenmeister Carl von Braitenberg in “Tiroler Schützenscheiben – der Oberbozner Schießstand” (1979, S. 33) zu Wort kommen:

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