Ansichtskarten der Woche (17)

Vom Gasthof Hofer zum Bella Posta Hotel

Gegenüber dem prominenteren Hotel Oberbozen ist das Hotel Hofer (Abb. 1 und 4) immer ein wenig in der zweiten Reihe geblieben. Trotzdem ist es wert, sich mit dieser Gaststätte zu befassen, spiegelt sie doch exemplarisch die Transformation des auschließlich bäuerlich geprägten Maria Schnee zum touristischen Oberbozen wider.

Abb. 1: “Ober-Bozen – Hôtel Hofer”. Ansichtskarte aus den ersten Betriebsjahren der Rittnerbahn. Am Aufnahmeort steht heute das Café Fink. Stolz auf die Erreichbarkeit durch die Bahn, wird diese statt dem Gebäude in den Vordergrund gestellt. Rechts oben kann man, vorzugsweise wenn man das Bild durch Anklicken vergrößert, im Hintergrund das weiße Gebäudes des Oberhofers und das Dach der Villa Kinsele mit seinem hoch aufragenden Blitzableiter erkennen.

Das Wohngebäude des Unterhofers, der umgangssprachlich auch nur Hofer genannt wurde, war entsprechend der wahrlich großen Ausdehnung seiner landwirtschaftlichen Flächen sehr großzügig bemessen und ist in seiner Grundform bis heute erhalten geblieben. Eine Gastwirtschaft, “Wirtsgerechtsame” heißt das zu Grund liegende Recht, ist 1860, also schon deutlich vor der Erschließung durch die Bahn nachweisbar (Abb. 2). Wahrscheinlich hatte die dort zuletzt unter Josef Lun untergebrachte Wirtschaft die Rolle des örtlichen Dorfgasthauses, in erster Linie für die einheimische, zahlenmäßig noch sehr geringe Bevölkerung.

Abb. 2: Auszug aus dem Versteigerungsedikt gegen Franz Öhler, Eigentümer u.a. des Unterhofers (“Der Bote für Tirol” vom 23. April 1860, S. 6). Wer erinnert sich noch an den Weiher in der Lunwiese?
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Die alte Dame hat’s gefreut

Eine Veranstaltung für jedes ihrer Jahrhunderte

Abb. 1: Cordes y Butons am 19. August.

Die Veranstaltungsserie „300 Jahre Villa Kinsele“ war ein Erfolg – wenn auch nur zu einem Teil. Zwar konnte Prof. Daniela Salvucci mit ihrem bebilderten Vortrag über das Ehepaar Malinowski das überaus interessierte Publikum fesseln – wenn auch im Ausweichquartier Maria-Schnee-Kirche –, berührten Cordes y Butons die Zuhörenden mit ihren Klängen zutiefst, und es kamen auch immer mehr Personen als erwartet. Diese unterhielten sich zudem trefflich beim Umtrunk am Platzl und nahmen auch zahlreich an den improvisierten Hausführungen teil. Das zahlenmäßig größte Ensemble, Philomusia, für welches die Bühne dimensioniert war, musste jedoch sein Konzert nach fünfzehn Minuten abbrechen: Ein kurzes, aber intensives Gewitter bereitete dem kulturellen Hochgenuss ein unerwartetes und jähes Ende.

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