



Geschichte eines Hauses, einer Familie, eines Ortes

“Die Ruine der Burg Stein am Ritten befindet sich in Südtirol in der Gemeinde Ritten unterhalb von Siffian. Die wenigen imposanten Reste der Burgruine erheben sich auf einem isolierten Felskopf ober einer Schlucht, die vom Ritten ins untere Eisacktal abfällt. Vom ehemals mindestens vierstöckigen Palas stehen nur noch Süd- und Westwand, die Ringmauern der tiefer gelegenen Vorburg sind zum Großteil in die Tiefe gestürzt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Anlage von den Herren „de Lapide“ (zum Stein) erbaut, 1349 zerstört, danach wieder aufgebaut und im 17. Jahrhundert aufgelassen. Über lange Zeit fungierte die an wichtigen Sekundärverbindungen gelegene Burg als Gerichtssitz des Rittens. Im Auftrag der Tiroler Landesfürsten übten im 15. Jahrhundert Pflegrichter die Gerichtsbarkeit aus, so im Jahr 1417 der Bozener Adelige Ingenuin von Weineck als <phleger auf dem Stain>“.
(aus Wikipedia 2025)
Der Louis-seize (auch: Louis XVI, vorrevolutionärer Klassizismus) ist eine Stilrichtung in der französischen und französisch beeinflussten europäischen Kunst und Architektur des 18. Jahrhunderts zwischen 1760 und 1790. Der Stil ist benannt nach dem französischen König Ludwig XVI. (Regierungszeit: 1774–1792).
(Aus Wikipedia)

Es ist nicht feststellbar, wem genau wir den reichhaltigen Bestand an Möbeln dieser Stilrichtung zuzuschreiben haben, ob dem Sohn des Erbauers der des Kinselehauses, dem späteren Bankrotteur Joseph Andre Lanner, oder dem 1779 nachfolgendem Ersteigerer der Immobilie, dem Emporkömmling Franz Sales Kinsele. Tatsache ist jedenfalls, dass die vermögenden Bozner Handelsherren gute bis beste Kontakte auch zur Welt außerhalb des “Land im Gebirge” hatten und ihren Reichtum nicht ungern mit Gegenständen à la mode zelebrierten.

Mit dem Setzen der Bäume längs der zusätzlichen Einfahrt, welche im Rahmen von kleineren Grenzverschiebungen mit dem südlichen Nachbarn gebaut wurde (ich berichtete), kann auch dieses Vorhaben als beendet betrachtet werden. Es stimmt, der Bretterzaun muss wieder montiert und ergänzt werden und mittelfristig wäre es sinnvoll, auch ein Gitter am Beginn der Rampe montieren zu lassen. Aber momentan will ich weitere Ausgaben vermeiden und die Benutzbarkeit ist ja so auch gegeben.

Entlang der zur oberen Wiese führenden Rampe haben wir Bäume setzen lassen. Der tradierten Umgebung gemäß zwei Winterlinden (Tilia cordata) und zwei Rosskastanien. Bei letzteren fiel dieses Mal die Wahl auf rosa blühende Exemplare (Aesculus x carnea). Erstens aus ästhetischen Gründen und zweitens, – leider wichtiger – weil diese natürlichen Hybride resistent gegenüber der sich sehr stark ausgebreiteten Miniermotte (Cameraria ohridella) sind. Anfällig ist dieser natürliche Hybrid aber wie seine Gattungsgenossen auf den die Blattbräune der Rosskastanie verursachenden Pilz Guignardia aesculi.
„Erschließung mit Bepflanzung abgeschlossen“ weiterlesen
Ritten-Kenner werden in Abbildung 1 sogleich das St.-Josef-Kirchlein des Weilers Wolfsgruben, kurz vor Oberbozen gelegen, erkannt haben. Wenn man die Ansichtskarte vergrößert, erkennt man den noch offenen Bach, der zum gleichnamigen See führt, einen Holzsteg darüber, einen Karrenweg und rechts, dem Zaun entlang, einen gepflegten Fußweg. Und wenn man besonders akkurat in die linke Ecke schaut (Abb. 2), kann man einen an der Lärche die dringende Notdurft verrichtenden Knaben erkennen. Wird er die Anwesenheit des Fotografen nicht bemerkt haben?

Und wie sieht die Situation heute aus? Ich habe letztlich probiert, das Foto nachzustellen (Abb. 3) , ein Unterfangen, das schon durch die vermutlich verschiedenen Brennweiten nicht erleichtert wird. Zudem ist es nicht einfach, den Aufnahmepunkt zu finden bzw. kann er auch gar nicht mehr zugänglich sein. Im Fall von Wolfsgruben hatte ich Glück, man kann die Bilder recht gut vergleichen.
Abb. 3: Das St.-Josef-Kichlein im Sommer 2025.
„Ansichtskarten der Woche (12)“ weiterlesen
Über die Arbeiten von Alois Langgartner wurde hier schon öfters berichtet (1, 2, 3, 4), hat doch gerade die äußere und innere Farbgebung eines historischen Gebäudes nicht nur einen ästhetischen Wert, sondern ist auch ein wesentlicher Teil der Geschichte der Villa. Mit Alois Langgartner und seinen Mitarbeitern hatten wir ein tolles Team am Bau, das nicht nur mit sehr viel Fingerspitzengefühl punktete – Alois und Andreas haben über Jahre in den Pescoller-Werkstätten gearbeitet – , sondern auch eine besondere Zuverlässigkeit an den Tag legte. Und was mir, auch bei anderen Handwerkern besonders gefiel: sie teilten gerne ihr Wissen mit mir, ich konnte viel in dieser Zeit von ihnen lernen. Anbei auch sein Restaurierungsbericht.

Warum das warme Wasser neu erfinden? Warum nicht die Expertinnen und Experten selbst zu Wort kommen lassen? Anbei der reich bebilderte Bericht der Fa. Zingerle. Ich hatte nicht zu hoffen gewagt, dass eine so gründliche und doch schonende Reinigung der extrem stark verrußten Malereien am Gang möglich war (ich berichtete). Ich kann diesen Betrieb nur weiterempfehlen, in jeder Hinsicht.

Das Hausmuseum Villa Freischütz in Meran musste meine Neugierde wecken. Wenn man sich, wie ich, mit dem Auf und Ab der Villa Kinsele und der involvierten Familien sowie den Veränderungen der Umgebung auseinandersetzt, dann kommt man um einen Besuch der Villa Freischütz nicht herum!
Wir hatten das große Glück, von Architektin Herta Waldner, der Präsidentin der Stiftung Navarini-Ugarte, welche das Museum leitet, durch das Haus geführt zu werden. Sie nahm sich viel Zeit dafür und erzählte so ausführlich wie leidenschaftlich von dem beeindruckenden, auf Ehrenamtlichkeit basierendem Projekt.


Ein kolorierte Ansichtskarte, welche Lengmoos aus einer eher unüblichen Perspektive zeigt. Der Fotograf befindet sich im oberen Teil Klobensteins und schaut Richtung Osten. Dementsprechend sind im Hintergrund die Berge Grödens ersichtlich, der sonst so dominante Gebirgsstock des Schlerns ist vom bewaldeten Bergrücken in der rechten Hälfte des Bildes, dem Fennbühel, verdeckt. Lengmoos ist der älteste Teil des Rittens, der siedlungsmäßig von Bedeutung war, führte doch hier die Kaiserstraße vorbei. Sehr schön der für die damalige Zeit charakteristische Holzzaun. Wenn man genau schaut, sieht man eine ältere Person mit Bart am Wegesrand rasten. Über die älteste Sommerfrische am Rittner Berg habe ich schon seinerzeit was geschrieben.
„Ansichtskarten der Woche (11)“ weiterlesenAuf dass in Zukunft keine parkenden Autos mehr das Umfeld der historischen Villa stören, werden gerade am Rand der unteren Wiese drei Parkplätze errichtet. Sie werden über die Straße nach Maria Himmelfahrt erschlossen. Gleich daneben beginnt auch die zusätzliche Einfahrt auf unser Grundstück. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass sich in Zukunft die geparkten Autos in unmittelbarer Nähe zu einer im Winter geräumten Straße befinden, sodass man nach einem Schneefall ohne viel schaufeln zu müssen den Ort verlassen kann.

Diese Arbeiten erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Nachbarn Erwin Mayr, der im vergangenen Herbst das alte Hotel Viktoria, einst das Wohngebäude des Doppelbauern, abgerissen hat und jetzt mit sehr ähnlichen Formen und Abmessungen wiedererrichten lässt. In diesen Tagen sollten die Natursteinmauern der Parkplatzbucht errichtet werden, danach folgt der eigentliche Bau des Anfahrtsweges, hinauf zur oberen Wiese.
Abb. 2: Verschiedene Phasen der Bauarbeiten.
Die ausführenden Betriebe sind die örtlichen Firmen RittnerBau und Unterhofer. Mit Ende Mai, so lautet der Zeitplan, müssten auch diese Arbeiten abgeschlossen sein.