À propos: Die Villa Freischütz in Meran

Abb. 1: Die Startseite des Internetauftritts der Villa Freischütz.

Das Hausmuseum Villa Freischütz in Meran musste meine Neugierde wecken. Wenn man sich, wie ich, mit dem Auf und Ab der Villa Kinsele und der involvierten Familien sowie den Veränderungen der Umgebung auseinandersetzt, dann kommt man um einen Besuch der Villa Freischütz nicht herum!

Wir hatten das große Glück, von Architektin Herta Waldner, der Präsidentin der Stiftung Navarini-Ugarte, welche das Museum leitet, durch das Haus geführt zu werden. Sie nahm sich viel Zeit dafür und erzählte so ausführlich wie leidenschaftlich von dem beeindruckenden, auf Ehrenamtlichkeit basierendem Projekt.

Abb. 2: Frau Herta Waldner, Präsidentin der Stiftung Navarini-Ugarte, mit den Fotos des ersten Eigentümers und der letzten Eigentümerin.
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Ansichtskarten der Woche (11)

“… das Pfarrdorf Lengmoos, das ansehnlichste im ganzen Gebirge,”

Abb. 1: “Lengmoos am Ritten. Tirol.” (Ansichtskarte, Anfang 20. Jh.). Das Klicken auf die Abbildung vergrößert wie immer deren Darstellung am Bildschirm.

Ein kolorierte Ansichtskarte, welche Lengmoos aus einer eher unüblichen Perspektive zeigt. Der Fotograf befindet sich im oberen Teil Klobensteins und schaut Richtung Osten. Dementsprechend sind im Hintergrund die Berge Grödens ersichtlich, der sonst so dominante Gebirgsstock des Schlerns ist vom bewaldeten Bergrücken in der rechten Hälfte des Bildes, dem Fennbühel, verdeckt. Lengmoos ist der älteste Teil des Rittens, der siedlungsmäßig von Bedeutung war, führte doch hier die Kaiserstraße vorbei. Sehr schön der für die damalige Zeit charakteristische Holzzaun. Wenn man genau schaut, sieht man eine ältere Person mit Bart am Wegesrand rasten. Über die älteste Sommerfrische am Rittner Berg habe ich schon seinerzeit was geschrieben.

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Autofreie Villa

Auf dass in Zukunft keine parkenden Autos mehr das Umfeld der historischen Villa stören, werden gerade am Rand der unteren Wiese drei Parkplätze errichtet. Sie werden über die Straße nach Maria Himmelfahrt erschlossen. Gleich daneben beginnt auch die zusätzliche Einfahrt auf unser Grundstück. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass sich in Zukunft die geparkten Autos in unmittelbarer Nähe zu einer im Winter geräumten Straße befinden, sodass man nach einem Schneefall ohne viel schaufeln zu müssen den Ort verlassen kann.

Abb. 1: Die Villa Kinsele von Süden. Im Vordergrund mittig die im Bau befindliche Parkbucht, links der Beginn des zusätzlichen Einfahrtsweges. Noch stehen keine Mauern.

Diese Arbeiten erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Nachbarn Erwin Mayr, der im vergangenen Herbst das alte Hotel Viktoria, einst das Wohngebäude des Doppelbauern, abgerissen hat und jetzt mit sehr ähnlichen Formen und Abmessungen wiedererrichten lässt. In diesen Tagen sollten die Natursteinmauern der Parkplatzbucht errichtet werden, danach folgt der eigentliche Bau des Anfahrtsweges, hinauf zur oberen Wiese.

Abb. 2: Verschiedene Phasen der Bauarbeiten.

Die ausführenden Betriebe sind die örtlichen Firmen RittnerBau und Unterhofer. Mit Ende Mai, so lautet der Zeitplan, müssten auch diese Arbeiten abgeschlossen sein.

In diesem Beitrag verwendete Literatur- und Bildquellen:

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o.A. „Baufirma Südtirol / Bozen ~ RittnerBau GmbH“. Zugriff am 31. Oktober 2026. http://www.rittnerbau.com/.
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o.A. „Bauunternehmen Südtirol - UNTERHOFER GmbH | Baufirma Unterhofer“. Zugriff am 31. Oktober 2026. https://www.unterhofer.it/.

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Ansichtskarten der Woche (10)

Rittner Erdpyramiden

Abb. 1: “Rittnerbahn. Oberbozen. Erdpyramide gegen das Mendelgebirge.” (Ansichtskarte, Anfang 20. Jh.). Das Klicken auf die Abbildung vergrößert wie immer deren Darstellung am Bildschirm. Unter den Erdpyramiden die Rivelaunschlucht., im Hintergrund links der Kohlererberg, ganz hinten der Mendelzug mit dem verschneiten Roen.

Die Rittner Erdpyramiden sind ganz spezielle Gesteinsformationen, welche besonders in der Vergangenheit als ein Alleinstellungsmerkmal den Ritten bekannt gemacht haben. Jene bei Lengmoos sind besser zur Besichtigung erschlossen und auch deswegen bekannter, zu jenen in Oberbozen (Abb. 1) ist der Anmarsch länger und beschwerlicher, aber man kann sie recht gut auch von der Seilbahn aus sehen.

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Ansichtskarten der Woche (9)

Hotel Oberbozen, Holzner, Savoia, Holzner

Abb. 1: “Bahnhof Oberbozen mit Hotel Holzner” (Ansichtskarte, 20er Jahre). Das Klicken auf die Abbildung vergrößert wie immer deren Darstellung am Bildschirm.

Eine Ansichtskarte (Abb. 1) aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg: Das Hotel Oberbozen wurde schon zu Hotel Holzner umbenannt. Eine Garnitur der Rittnerbahn, kommend von Klobenstein, ist Richtung Bozen abfahrbereit. Der auch heute noch Hotel Holzner genannte Beherbergungsbetrieb, der als Hotel Maria Schnee geplant und als Hotel Oberbozen eröffnet wurde, hat den gehobenen Tourismus am westlichen Rittner Plateau eingeleitet. Das Hotel hat hinsichtlich Lage, Größe und Ausstattung Maßstäbe gesetzt, weswegen dessen Abbildungen zahlreich in die Welt hinaus geschickt wurden. Man erkennt auch das hell getünchte Stationsgebäude und ganz links das Dach des Warenlagers der Bahn. Die sichtbaren Verkehrswege sind mit den heutigen ident, freilich waren die Beläge naturnäher, mit allen Vor- und Nachteilen. Zu der Zeit überwog der ländlicher Charakter des Rittens noch stark. Letztlich ist gerade durch die harte Gestaltung des Riehl-Platzes, wie dieses Areal jetzt zu Ehren des Erbauers der Rittnerbahn heißt, die Stadt nochmals näher herangerückt.

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Das Geheimnis des Koffers

Abb. 1: Der braune, leere Lederkoffer mit den zahlreichen Aufklebern, welche auf mehrere Schiffsreisen nach Südostasien hinweisen.

Jahrzehnte verstaubte er (Abb. 1) auf dem Dachboden ohne groß beachtet zu werden; ein Beweis der Reisefreudigkeit der letzten Kinsele, nicht mehr, nahm ich an. Und lag falsch, sehr falsch. Denn mit dem Koffer ist eine große, aber traurige Geschichte verbunden. Schauen wir uns deshalb zunächst diesen Filmbericht an:

Abb. 2: “Schicksale jüdischer Familien“, eine wichtige und gut gemachte Dokumentation, welche der RAI Sender Südtirol ausgestrahlt hat. Wider dem Vergessen!

Kurz nach der Sendung habe ich Frau Adriana Viktoria Zanellato-Kraus telefonisch kontaktiert, 2024 dann auch besucht. Denn wenn sie schon in der Villa Pattis, in unmittelbarer Nähe zur Villa Kinsele aufgewachsen ist, dann könnte sie ja diesbezüglich auch über Informationen oder gar Bilder verfügen, welche mir noch unbekannt sind. Dabei war auch Frau Daniela Salvucci, eine Professorin der Freien Universität Bozen, welche zu Bronisław Malinowski in Südtirol forscht. Und tatsächlich gibt es eine Verbindung zur Villa Kinsele: Die Pension Villa Pattis (Abb. 3), geführt von Luise und Hans Pattis, war als Herberge sehr beliebt – das noch existierende Gästebuch spricht Bände – aber sie war recht klein.

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Ansichtskarten der Woche (8)

Rudolf Alfred Höger, produktiver Maler des Rittens

Abb. 1: “Aus Ober-Bozen – R.A. Höger” (Ansichtskarte, Anfang 20. Jh.)

Rudolf Alfred Höger (1877 bis 1930) war ein österreichischer Genre- und Kriegsmaler. Dass er eine bestimmte Zeit am Ritten verbracht hat, bezeugen so um die zehn Landschaftsbilder von Lengmoos über Wolfsgruben bis Oberbozen, die als Ansichtskarten den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben. Den Ritten als Sujet muss er nach dem Bau der Rittnerbahn entdeckt haben, sind auf mehreren Exemplaren doch schon das Oberbozner Bahnhofsgebäude und das Hotel Oberbozen abgebildet. Es kann auch durchaus sein, dass er im Auftrag eines Ansichtskartenverlegers oder der örtlichen Tourismustreibenden gearbeitet hat.

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Bronisław Malinowski und die Villa Kinsele

In einem früheren Beitrag habe ich aufgezeigt, wie auf die Jahre des Aufschwungs der Villa Kinsele eine Periode des Niedergangs folgte. Ob der Grund dafür im mangelnden Interesse an der Sommerfrische von Seiten der Eigentümer oder – was plausibler ist – in einer Verschlechterung der finanziellen Situation zu suchen ist, vermag ich nicht mit Sicherheit zu sagen.

Abb. 1: Annonce in den Bozner Nachrichten vom
31.1. und 7.2.1915.

Tatsache ist jedenfalls, dass die Familie Kinsele ihr Sommerhaus nicht mehr bewohnte und es ganzjährig zur Vermietung anbot (Abb. 1). Ob in all den Jahren bis zum Verkauf 1943 Mieter gefunden werden konnten und wer diese waren, wird nicht mehr zur Gänze ermittelbar sein. Von einer Familie wissen wir jedoch, dass sie das Haus bewohnte, denn die Eheleute waren die bedeutenden Wissenschaftler Bronisław Malinowski und seine erste Frau Elsie R. Masson.

Abb. 2: Das Bild zeigt die Familie Malkinovski auf dem Platzl vor der Villa Kinsele (Wayne 1995). Am rechten Bildrand sieht man den zweiten Kastanienbaum, der in den 20er- oder 30er Jahren entfernt wurde und einen kleinen Teil des Daches der Villa Amalia des Benedikt Pobitzer, welches die Malinowskis im Jahre 1923 erwerben werden .

Bronisław Malinowski (geboren 1884 in Krakau, gestorben 1942 in New Haven) gilt als einer der Begründer der modernen soziokulturellen Anthropologie, seine ethnographische Methode ist bis heute ein wichtiger Bezugspunkt. Man sagt, er sei für die Anthropologie das gewesen, was Freud für die Psychoanalyse war. Während seiner Studienaufenthalte in Ozeanien lernte er seine spätere Frau, die australische Journalistin Elsie Masson (geboren 1890 in Melbourne, gestorben 1935 in Natters), kennen, die ihren Mann nicht nur tatkräftig unterstützte, sondern auch eigenständige Studien betrieb (Salvucci 2021).

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Ansichtskarten der Woche (7)

Maria Schnee und der Latemar

Abb. 1: “Maria Schnee – Oberbozen gegen den Latemar (2864 m). Dolomiten. Tirol” (Kolorierte Ansichtskarte, Anfang 20. Jahrhundert).

Vor einer Woche habe ich Bilder vom Migler (Obermigler) gezeigt. Von dort aus, Richtung Südosten, wurde das Foto als Grundlage für diese kolorierte Ansichtskarte gemacht (Abb. 1). An Hand der ersichtlichen Bauwerke schätze ich, dass es in den ersten Jahren der Rittnerbahn entstanden ist. Man sieht nämlich von links nach rechts das Hotel Oberbozen/Holzner, ziemlich verdeckt die Villa Messmer (später vergrößert zu Villa Maria, Bergfink, Gloriette), die Bäckerei, den Rittnerhof, den Gebäudekomplex Baumgartner-Prock (noch unvollendet), das Haus Kofler (später Plankl). Hinter beiden letzteren kann man das helle Dach des Hotel Hofer (vormals Unterhofer, später Post) gerade noch erahnen. Das Maria-Schnee-Ensemble Kirche-Oberhofer-Wegerhaus-Kinselehaus ist hingen vollständig hinter den hohen Bäumen des Parks versteckt. Weiter rechts erkennt man an der Dachform wie immer sehr leicht die Villa Pattis (jetzt Pan) und darunter das Wohngebäude des Doppelbauern (später Hotel Viktoria).

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Ansichtskarten der Woche (6)

Der Obermigler

Abb. 1: “Renon pr. Bolzano – Vista sulle Alpi Centrali” (Ansichtskarte, Zwischenkriegszeit).

Das Foto der obigen Ansichtskarte wurde gegen Nordwesten aufgenommen. Ganz im Hintergrund kann man die schneebedeckten Ötztaler Alpen erkennen, weiter vorne der Bergrücken des Saltens und in der vordersten Ebene steht der Miglerhof, eigentlich, um genauer zu sein, der Obermigler. Das Wohnhaus weist ein schindelgedecktes Walmdach auf, eine Dachform, die auf dem Ritten früher bei den Wohngebäuden der Höfe sehr häufig anzutreffen war.

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